Einfühlsame Genesungswünsche formulieren

Es gehört immer mal wieder zu Ihren Aufgaben, ein paar aufmunternde Worte und Zeilen für Mitarbeiter, Kollegen oder Geschäftspartner, die erkrankt sind, zu formulieren. Versuchen Sie, sich in diesen Fällen in die Lage des Betroffenen zu versetzen und das nötige Einfühlungsvermögen mitzubringen. Überlegen Sie, in welcher Beziehung Sie zu der erkrankten Person stehen. Was würden Sie selbst in einer solchen Situation gern hören oder was überhaupt nicht?

Grundsätzlich zeigen Sie durch ein persönliches Schreiben - bitte keine E-Mail und kein Fax - Interesse und Verbundenheit zu dem Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Aber Vorsicht: Während Sie bei einem direkten Mitarbeiter durchaus herzlich formulieren sollten, könnte das von einem Geschäftspartner, den Sie nicht so gut kennen, als zu übertrieben oder sogar unglaubwürdig empfunden werden. Auch in den Fällen, in denen die persönliche Betroffenheit fehlt, sollten Sie unbedingt Klischees vermeiden. Das heißt: Sie erreichen das Gegenteil, wenn Sie nicht empfundene Herzlichkeit formulieren. Das Schreiben wird in diesem Fall nicht überzeugen.

Bringen Sie bei direkten Mitarbeitern zum Ausdruck, dass

  • Ihr Schreiben ehrlich gemeint ist, und die Wünsche zur Besserung aufrichtig sind;
  • sich die Krankheit nicht negativ auf den Arbeitsplatz oder die Position auswirkt (das ist gerade in der heutigen Zeit wichtig!);
  • das Sachgebiet und die Aufgaben entweder im Team verteilt oder von Kollegen zurzeit mitbearbeitet werden oder zum Beispiel ein Projekt zurückgestellt wird;
  • das jedoch nur eine Notlösung sein kann, und Sie sich auf die Rückkehr des Mitarbeiters freuen;
  • der Mitarbeiter die Zeit hat, sich völlig auskurieren zu können, damit er danach wieder mit neuer Kraft an die Arbeit gehen kann;
  • Sie ihm bei der Erledigung von Formalitäten behilflich sind.

Bei Geschäftspartnern gelten ähnliche Regeln wie oben, zusätzlich sollten Sie noch zum Ausdruck bringen, dass

  • Ihnen die Geschäftsbeziehung und deren Fortführung wichtig ist;
  • Sie während der Abwesenheit mit dem Kollegen X Kontakt aufnehmen, der über den Sachverhalt, den Stand der Verhandlung, etc. informiert ist;
  • Sie eventuelle Entscheidungen nur in Absprache mit dem Erkrankten treffen wollen;
  • auch in diesem Fall die Wünsche ehrlich formuliert sind.

Lassen Sie in jedem Fall nicht zu viel Zeit vergehen, bis Sie sich melden. Zeigen Sie Ihre Anteilnahme, Ihr Interesse, Ihre Glaubwürdigkeit dadurch, dass Sie möglichst zeitnah der betroffenen Person ein Genesungsschreiben zukommen lassen. Soweit Ihnen der Aufenthaltsort wie Krankenhaus, Reha-Klinik oder Wohnung bekannt ist, sollten Sie deshalb auch direkt an die betroffene Person schreiben.

Noch ein Tipp zur Gestaltung: Bei Mitarbeitern, Kollegen und Geschäftspartnern verwenden Sie am besten "neutrales" Papier. Das heißt: Möglichst weißes Papier mit Ihrem Namen, Ihrer Funktion und Adresse sowie einem kleinen Logo im Briefkopf. Bitte verzichten Sie auf Geschäftspapier mit weiteren Angaben wie Bezugszeile, Infoblock oder Bankverbindung. Empfehlenswert ist es, statt des Freistemplers eine Briefmarke zu verwenden. Falls Sie den Brief mit dem Computer schreiben, sollten Sie die Grußformel und die Unterschrift handschriftlich aufsetzen.